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Vereinsleben

Karl Luz’ Aufschlag ist gefürchtet

Der langjährige Geschäftsführer des TC Pliezhausen wird 70 Jahre alt und spielt noch heute Tennis

Sie sind ein eingespieltes Team: Vorstand Reiner Bierig (links) und Geschäftsführer und Kassier Karl Luz vom Tennis-Club. FOTO:
Sie sind ein eingespieltes Team: Vorstand Reiner Bierig (links) und Geschäftsführer und Kassier Karl Luz vom Tennis-Club. FOTO: KLEIN

PLIEZHAUSEN. Reiner Bierig, der Vorsitzende des Tennis-Clubs Pliezhausen, wählt klare Worte: »Karl Luz ist unser wichtigster Mann im Verein. Er ist seit 37 Jahren ehrenamtlicher Geschäftsführer und seit 36 Jahren Kassierer.« Bierig hat aber den Eindruck, dass sich der Geschäftsführer nie an die Zeitung gewendet hätte. Weder wegen seines 70. Geburtstags, den Luz heute feiert, noch um über sein langjähriges Ehrenamt zu reden. Darum hat Bierig den Termin mit dem GEA ausgemacht.

An diesem trüben Novembernachmittag sitzen nun beide bei Luz zu Hause in Rübgarten und erzählen – über ihren Sport und ihr Engagement. »Als ich von Nagold nach Pliezhausen gezogen war, hatte ich noch nie Tennis gespielt«, erinnert sich Luz. Das änderte sich erst, als ein Nachbar aus dem Tennis-Club ihm von diesem Sport erzählte. Das Spielen gefiel ihm. »Es ist komplex und fordert die Arme, Beine, Augen und die Konzentration«, sagt Luz. Und man müsse schnell Entscheidungen treffen und reagieren. »Wenn ich zu lange überlege, ist der Ball bald weg.« Es war für ihn ein Ausgleich zum Beruf. Und es sei ein Sport, den er auch als Rentner, mit 70 Jahren, noch spiele. Einmal wöchentlich trifft er sich mit Kameraden und spielt Doppel. Längst ist der Sport auch eine Familienangelegenheit. »Ich spiele mit meinem Enkel gegen meine Schwiegersöhne«, erzählt Luz. Sein Vereinskamerad Bierig verrät, dass Luz’ Aufschlag beim Doppel nach wie vor gefürchtet ist.

Dass der nun 70-Jährige vom begeisterten Spieler zum ehrenamtlichen Geschäftsführer des Tennis-Clubs wurde, hat mit seinem früheren Beruf als Bankberater zu tun: »Mir hat jemand gesagt, dass sie noch einen Kassenprüfer brauchen und ich das doch machen könnte, weil ich bei der Kreissparkasse arbeite«, erinnert sich Luz. Für ihn sprach nichts dagegen. Denn die Arbeit war überschaubar: Einmal im Jahr die Belege kontrollieren. Doch dabei blieb es nicht. »Als ich das zweimal gemacht hatte, haben mir Kameraden gesagt, dass sie mich am nächsten Tag zum Geschäftsführer vorschlagen wollten.« Er bekam das Vertrauen der damals noch 140 Mitglieder und übt das Amt bis heute aus.

»Wir haben eine Tennishalle gebaut und die 1,5 Millionen DM selbst finanziert«

In diesen Jahrzehnten bekam er mit, wie sich der Sport verändert hat. Anfangs sei Tennis elitär gewesen. »Anfang der Achtziger Jahre gab es dann wegen Boris Becker und Steffi Graf einen richtigen Tennisboom.« In dieser Zeit traf der Verein nach heißen Diskussionen eine Entscheidung, von der die Mitglieder noch heute profitieren: »Wir haben eine Tennishalle gebaut und die 1,5 Millionen DM selbst finanziert.« Das war im Februar 1984. Es war das bisher größte Projekt des Kassierers und Geschäftsführers Luz.

Vorsitzender Bierig freut sich auch heute noch über diese weitsichtige Entscheidung: »Das ist optimal, weil unsere Mitglieder seitdem das ganze Jahr dort spielen können. Und wir konnten einen hauptamtlichen Trainer einstellen.« Heute hat sich noch etwas verbessert. »Wir haben ein Onlinebuchungssystem für die Halle eingeführt«, sagt Bierig.

Das Gebäude belastete die Bilanz des Vereins nur kurz. "Die Halle wurde so gut angenommen, dass die Schulden nach zehn Jahren getilgt waren, berichtet Luz. Ein Vorteil sei gewesen, dass der Verein sich viel Geld von Mitgliedern zu niedrigen Zinsen geliehen hatte.

Neben diesem großen Projekt kümmerte sich Geschäftsführer Luz auch um die Mitgliederverwaltung und schaffte dafür in den 90er-Jahren einen Computer samt Programm an.

In den vergangenen Jahrzehnten habe sich der Verein verändert: »Wir werden heute von vielen Mitgliedern als Dienstleister gesehen.« Vorstand Bierig hat diesen Eindruck ebenfalls: »Es gibt ein größeres Anspruchsdenken, was der Verein für die Mitglieder tun kann.« Früher, sagt Luz, hätten Mitglieder sich jeden Samstag zum Werkeln im Vereinsheim getroffen. Das sei heute anders. Und die Fluktuation sei inzwischen größer, weil Arbeitnehmer mobiler sein müssten. Trotzdem hat der Verein aktuell 460 Mitglieder. Das sind nur gut 40 weniger als zur Zeit des Tennisbooms in den 80er-Jahren. Die jüngsten Spieler sind drei und die ältesten älter als 80 Jahre.

Vor zehn Jahren ging Luz in den Ruhestand. Im Verein ist er weiter aktiv. »Ich habe mich dort immer zwischenmenschlich wohlgefühlt. Es sind Freundschaften entstanden.« Die Lust am Tennis ist ihm geblieben. »Mein sportlicher Ehrgeiz ist nach wie vor da«, sagt Luz. (GEA)